Thorsten sitzt Probe

gamescom 2026

Harte Ware und ein älter werdender THORSTEN

Die gamescom B-Seite - Teil 2

Wer auf der gamescom nur nach neuen Spielen Ausschau hält, verpasst traditionell einen ziemlich großen Teil der Messe. Zwischen all den Neuankündigungen, Indie-Perlen und Warteschlangen gibt es schließlich jede Menge Hardware zu entdecken. Thorsten hat sich deshalb auch 2026 wieder bei einigen Herstellern umgesehen – und dafür sogar einen kleinen Ausflug abseits der eigentlichen Messehallen gemacht.

MSI: Einmal raus aus dem Messetrubel

Für MSI ging es diesmal raus aus den Hallen der gamescom und zu einem separaten Event. Eine durchaus angenehme Abwechslung, denn dort ließ sich das umfangreiche Portfolio des Herstellers wesentlich entspannter unter die Lupe nehmen.

Und umfangreich ist bei MSI tatsächlich das passende Wort. Primär bekannt für seine Mainboards und Grafikkarten, deckt MSI inzwischen von Gaming-Notebook über Monitore bis zu weiteren Komponenten und Peripherie mittlerweile fast alles ab, was rund um einen Gaming-PC Platz findet. 2026 feiert MSI zudem sein 40-jähriges Bestehen und hat entsprechend einiges aufgefahren.

Zu den auffälligeren Geräten des aktuellen Portfolios gehört beispielsweise das Titan 18 HX Dragon Edition Draco Epic. Der Name ist beinahe so groß wie das Notebook selbst: 18-Zoll-4K-Mini-LED-Display mit 240 Hz, GeForce RTX 5090 Laptop GPU und eine ziemlich aufwendige Gestaltung machen schnell klar, dass hier nicht gerade die Kategorie „kleiner Rechner für unterwegs“ gemeint ist.

Spannend bleibt auch MSIs Engagement bei den Handhelds. Mit dem Claw 8 EX AI+ entwickelt der Hersteller seine mobile Gaming-Reihe weiter und kombiniert ein 8-Zoll-Display mit 120 Hz und VRR mit einer überarbeiteten Ergonomie. Daneben gab es natürlich reichlich klassische PC-Hardware und Peripherie zu sehen.

Das Event zeigte vor allem, wie breit MSI inzwischen aufgestellt ist. Für Hardware-Fans und vor allem für diejeniegen, die zwischendurch mal raus aus den Messehallen wollten, war der Abstecher außerhalb der gamescom deshalb keineswegs verlorene Zeit.

PNY: Mehr als nur Grafikkarten

Auch bei PNY stand Leistung auf dem Programm. Vielen Spielern dürfte der Name vor allem durch die Grafikkarten des Herstellers bekannt sein, und die aktuelle GeForce-RTX-50-Serie nimmt entsprechend viel Raum im Gaming-Portfolio ein.

Vom Flaggschiff RTX 5090 über verschiedene RTX-5080- und RTX-5070-Ti-Modelle bis hin zu kompakteren Varianten bietet PNY eine ziemlich breite Auswahl. Interessant sind dabei insbesondere die Slim-Modelle: Nicht jeder möchte schließlich einen Grafikkartenkoloss im Rechner haben, der gefühlt einen eigenen Bauantrag benötigt.

PNY beschränkt sich allerdings längst nicht auf GPUs. Mit der XLR8-Reihe gehören beispielsweise DDR5-Arbeitsspeicher zum Gaming-Angebot, hinzu kommen schnelle NVMe-SSDs. Die CS3250 setzt bereits auf PCIe Gen5 x4 und richtet sich damit ebenfalls an Nutzer, die ihrem Rechner möglichst wenig Gelegenheit zum gemütlichen Verschnaufen geben möchten.

Damit ist PNY vielleicht nicht der Hersteller, der mit dem lautesten Auftritt um Aufmerksamkeit kämpft. Das Portfolio ist dafür angenehm geradlinig: Grafikkarten, Speicher und SSDs – also genau die Dinge, bei denen PC-Spieler grundsätzlich der Meinung sind, dass ein bisschen mehr davon bestimmt nicht schaden kann. Leider wurde die aktuelle Speicherchip-Krise nicht thematisiert. Wie lange wir Gamer also noch unter dem Aufbau von KI-Infrastruktur leiden müssen, steht in den Sternen.

Pro Gamers Group: Bitte einmal hinsetzen – und leise tippen

Thorstens persönliches Hardware-Highlight wartete allerdings bei der Pro Gamers Group. Unter deren Dach versammelte sich auf der gamescom gleich eine ganze Reihe bekannter Marken, darunter Ducky, noblechairs, Endgame Gear, Nitro Concepts, HAVN und weitere Hersteller.

Entsprechend viel gab es für ihn auszuprobieren. Besonders angetan hatten es Thorsten zunächst die verschiedenen Gaming- und Office-Stühle. Gerade bei einem Produkt, auf dem man im Zweifelsfall täglich viele Stunden verbringt, ersetzt schließlich keine technische Beschreibung das eigene Hinterteil als Testinstrument. Die gezeigten Modelle machten einen hochwertigen und bequemen Eindruck. Bei noblechairs gab es hinter verschlossenen Türen zudem einen Ausblick auf ein neues Projekt mit Dual-Tilt-Mechanismus.

Die eigentliche Überraschung stand für Thorsten aber auf dem Tisch: die neue OK-HE-Serie von Ducky.

Mechanische Tastaturen und „leise“ sind zwei Begriffe, die man nicht zwangsläufig gemeinsam in einen Satz packt. Wer schon einmal neben einem begeisterten Nutzer besonders klickfreudiger Switches gearbeitet hat, weiß warum. Ducky zeigte jedoch, dass es auch anders geht.

Die OK-HE-Tastaturen arbeiten mit Hall-Effect-Switches und bieten unter anderem Rapid Trigger, analoge Eingaben und eine Polling-Rate von bis zu 8.000 Hz. Für Thorstens ersten Eindruck war aber etwas ganz anderes entscheidend: Durch Gasket-Mount-Aufbau und eine fünflagige akustische Dämpfung war die mechanische Tastatur verblüffend leise.

Und genau das gefiel Thorsten ausgesprochen gut. Das typische präzise Tippgefühl einer mechanischen Tastatur bleibt erhalten, ohne dass gleich der gesamte Raum akustisch darüber informiert wird, dass gerade jemand einen Artikel schreibt – oder in einem Spiel hektisch WASD malträtiert.

Natürlich gab es bei PGG noch deutlich mehr zu entdecken: neue Gehäuse und Kühlung von HAVN, Sim-Racing-Hardware von Nitro Concepts, Mäuse und Tastaturen von Endgame Gear und diverses Zubehör rund um den Gaming-PC. Doch manchmal sind es auf einer Messe eben nicht die größten oder buntesten Produkte, die hängen bleiben, sondern die leisen, mechanischen Tastaturen.

Nach zahllosen RGB-Lichtern, mächtigen Grafikkarten und High-End-Rechnern war Thorstens persönliches Hardware-Fazit der gamescom 2026 deshalb überraschend bodenständig: ein bequemer Stuhl und eine mechanische Tastatur, die nicht klingt, als würde jemand neben ihm eine Packung Knallfrösche öffnen.

Gamer werden älter. Da macht es aus Hersteller-Sicht wahrscheinlich sogar Sinn, die Kundschaft komfortabel sitzen und tippen zu lassen.

-ts


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