VERLEGT

Die Story der Rückkehr der "Video Games", erzählt aus der Perspektive des Verlegers, oder so.

So! Da ist sie also wieder; die "VIDEO GAMES"! Wie? Was? 25 Jahre nach dem tragischen, unerwarteten Verschwinden, taucht plötzlich eine Website auf, die sich anschickt, in sehr große Fußstapfen zu treten?! Und ich kann Euch sagen, der Weg hierher war, gelinde gesagt, wild! Und weil Ihr, liebe Leser, wahrscheinlich eine Menge Fragen habt, dachte ich mir, ich erzähle Euch mal aus meiner Perspektive die Story, die hinter unserem Reboot steckt, damit für Euch das Bild etwas klarer wird. Also, let’s go!

Wer bin ich? Mein Name ist Alex, Jahrgang 1982. Mit Games-Journalismus hatte ich bisher nichts zu tun. Also höchstens als Leser. Meine erste "Video Games" war die Ausgabe 8/92 und das war auch meine erste Games-Zeitschrift überhaupt ("Club Nintendo" zählt nicht)! Deswegen kann man vielleicht schon erahnen, dass die "Video Games" einen GANZ besonderen Stellenwert in meinem Herzen hat. Jedenfalls; Ich bin kein Schreiberling, hatte nie Deutsch als Leistungskurs und überhaupt, habe ich ADS (ohne H), weswegen längere Texte eine Herausforderung für mich sind. Man kann mich primär als gescheiterten Indie-Entwickler und ebenso gescheiterten Games-Business-Futzi bezeichnen, der sich aktuell mit einem Hochschul-Lehrauftrag über Wasser hält. Und wenn ich die presserechtlichen Definitionen richtig verstanden habe, dann ist meine Firma der Herausgeber der neuen „Video Games“, was mich, als ihr Geschäftsführer, dann wiederum zu ihrem Verleger macht.

Der Anfang von Allem

Aber da geht es direkt los – Firma? Geschäftsführer? Also ist diese neue "VG" eine durchkalkulierte, auf Profit ausgelegte Business-Sache? Nein! Absolut nicht, sondern genau das Gegenteil! Tatsächlich handelt es sich bei der neuen "Video Games" um ein pures Passion Project. Aber dazu muss ich kurz ein paar Schritte zurück gehen. Ende 2022 erlitt ich einen persönlichen Schicksalsschlag. Eine von den Sachen, die einem so richtig den Boden unter den Füßen wegziehen. Als ich dann Anfang 2023 überlegte, wie es für mich denn nun weitergehen könne und ich Idee über Idee prüfte und reflektierte, war eine dieser Ideen „Wie wäre es denn, die "Video Games" zurückzubringen?“ Diese Idee musste ich dann aber schnell als unwirtschaftlich zur Seite legen, womit das Thema für mich als "Unternehmer“ damit durch war.

Alex ca. 2000

Doch nicht für den heranwachsenden 10-Jährigen in mir, für den die "Video Games" identitätsstiftend war („Ich bin jetzt Gamer“). DER war von der Idee angetan. Oder auch der Teenie in mir, der sich absichtlich einen SEGA Saturn kaufte, um gegen den Strom zu schwimmen als alle PlayStation spielten. Und der junge Erwachsene in mir, der die Welt nicht mehr verstand, als es die "Video Games" plötzlich nicht mehr gab. Der Neugier geschuldet, blieb ich also zumindest an der Idee dran. Speziell an der Fragestellung „Geht das denn überhaupt?“.

Burger King, Berlin Alexanderplatz, 1997

Also angefangen mit der Marke. Wie ist das eigentlich? Kann man sich die sichern? Bei einer Konsultation eines Anwalts für Markenrecht wurde mir erklärt, dass es zwar schwer werden würde aber auch nicht gänzlich unmöglich sei. Was für Neuigkeiten! Die hochemotionale Marke "Video Games“ könnte man sich, vielleicht, sichern! Okay, coole Sache!

Dann die Frage, WAS soll man mit der Marke überhaupt machen? Was macht Sinn, wenn die Finanzen beschränkt sind? Erstmal ganz logisch: Irgendwas journalistisches mit Games. Tja, dann macht man halt den millionsten Games-Blog! Weil ich aber irgendwie irgendwann mal Marketingkommunikation studiert hatte, war mir klar – es kommt halt auf die Positionierung an! Was kann das Besondere an diesem „Produkt“ sein? Klar, es ist halt die "Video Games" – die war schon immer etwas Besonderes! Denn sie war damals anders, pragmatisch und kompetent. Da sollte man ansetzen, dachte ich mir. Eine Website über Games, die irgendwie anders, pragmatisch UND kompetent ist. Herrlich unkonkret!

So weit, so gut. Im Marketing ist ja auch immer die Zielgruppe ganz, ganz wichtig. Und speziell diese Überlegungen fand ich dann doch sehr spannend. Die Leser von damals, die die "Video Games" noch mitbekommen haben, sind heute alle Ü40. Die Gen Z können wir also komplett ignorieren, denn die kennen die Marke nicht und haben keinerlei emotionalen Bezug. Und dass sich Gen Z mit journalistischen Texten jenseits von TikTok Reels wirklich auseinandersetzt ist doch (zumindest gefühlt) sehr unwahrscheinlich. Es sind also die Gen Xer und ältere Millenials, an die man sich richten sollte. Teilweise haben diese Leute Familien oder auch Karrieren; in der Regel werden sie jedenfalls nur wenig Zeit für Gaming haben. Vielleicht spielen sie auch mit ihren Kids zusammen, zum emotionalen Bonding etwa. Nun die Preisfrage: Welches Games-Portal, welcher Blog, welche Seite betrachtet Games genau aus dieser Perspektive für diese Zielgruppe und beantwortet die Frage: Soll ich als Familienvater mit wenig Zeit wirklich 40 Stunden in dieses neue Rollenspiel stecken? Oder kann ich jenes Spiel mit meinen Kids spielen? Antwort: Für diese Zielgruppe gibt es bisher kein maßgeschneidertes, redaktionelles Angebot! Fand ich eine interessante Erkenntnis. Immerhin ist dies doch eine eher kaufkräftige Zielgruppe (im Gegensatz zu Gen Z). Nicht?

Aber dass ich so ein Projekt alleine stemme – unmöglich. Bis das Schicksal an die Tür klopft! Denn irgendwie kam dann nach und nach alles zusammen. Martin, Mark und ich hatten irgendwann 2024 die glorreiche Idee, dass wir doch den millionsten Games-Podcast starten sollten. Am Ende waren unsere Gespräche mehr etwas wie eine Selbsthilfegruppe für Dudes, die älter werden. Aber hey – das sind doch beides Leute, die mit Spielejournalismus Erfahrung haben! Also habe ich ihnen irgendwann mal von meiner Idee erzählt. Fanden die beiden gut! Dann kamen 2025 noch Thorsten und Diego dazu. Wie dann plötzlich die Redaktions-WhatsApp-Gruppe zum Leben erwachte, war das Schönste, was ich seit langem gesehen habe. Ein seltsam wunderbarer Flow von Menschen, die sich mit ihren ganz eigenen Talenten und persönlichem Know-How zu einem großen Ganzen ergänzten: „Ich kann einen Key für XYZ anfordern – will da jemand was zu schreiben?“, „Am besten formulierst Du das so.“, „Habt ihr schon mitbekommen, dass …“. Herrlich!

Plötzlich gab es also ein Team! Damit erwuchs aus der Idee das konkrete Konzept: Eine Website für die Ü40-Spieler, die vor allem anders, pragmatisch und kompetent ist. Und somit ganz anders als die großen, internationalen Portale. Kein dystopisches Höllenloch, auf dem es überall vor Ads mit Tracking, Targeting und Re-Targeting wimmelt; wo ungefragt plötzlich irgendein Video startet und wo zum Schluss noch Sponsored Content zum Anklicken verleiten soll oder wo man mittels Clickbait versucht, die Aufrufzahlen künstlich zu pushen. Stattdessen alles komplett gratis, denn dass wir davon leben können ist eh ausgeschlossen. Wir machen das aus Überzeugung! Weil es wieder eine "Video Games" geben muss! Sie fungiert dabei als Bühne für die Autoren, die eine Gelegenheit dazu bekommen, sich schreibend ausleben zu können. Mark ist in seinen Texten gerne Grumpy – darf er hier sein. Ist unterhaltsam. Thorsten schreibt eher nüchtern, Martin ist penibel, Diego hat italienische Wurzeln. Alles cool! Jeder hier ist ein eigener Character mit Ecken und Kanten und das ist wunderbar! Die neue Video Games hat genau so Persönlichkeit wie das große Vorbild von damals und ist vor allem eins: Sie ist gelebte Freiheit! Denn wir wollen uns die Freiheit nehmen, es auch sagen zu dürfen, wenn ein Spiel mal kacke ist, ohne Angst zu haben, Werbekunden zu verprellen!

Statt der Werbekunden, besteht die Möglichkeit uns ganz leicht zu unterstützen. Sofern man das denn möchte. Wir wollen dabei nicht nach Patreon-Money fragen. Wir haben lediglich dezente Affiliate-Links zu Amazon auf unserer Seite, denn 90% Eurer Games und sonstigen Einkäufe werdet ihr sicher hier tätigen. Wenn ihr diese Einkäufe über unsere Affiliate-Links tätigt, kostet es Euch nicht mehr und wir bekommen etwas Geld, welches wir in die Seite und den Content stecken können. Ich möchte gerne große Namen von damals dafür bezahlen können, Gastartikel beizusteuern. Oder ein neues Kapitel der Hero Turkeys in Auftrag geben. Ob das überhaupt realistisch ist, ob die Marke "Video Games" in 2026 noch zieht – das wird sich alles zeigen müssen. Es ist und bleibt ein großes Experiment.

Alex ca. 2026

Das Experiment startet mit einer komplett von Hand selbst zusammengeklöppelten Website auf Basis von HTML, CSS und Bootstrap für die Responsiveness. Die Techniker fragen nun wahrscheinlich: Warum kein CMS wie WordPress? Ja, dass wäre klug gewesen. Aber WENN, dann hätten wir ein komplettes Custom Theme gebraucht, denn eine Marke wie die „Video Games“? Da muss die Seite aussehen wie ein Heft von damals! Geht gar nicht anders! Und deswegen ist das, was ihr hier seht einfach nur mit Hingabe und Liebe zum Detail in langen Nächsten zusammengefügt worden. Zuvor sprach ich ja davon, die Affiliate-Einnahmen in die Seite zu re-investieren. Ein CMS wie WordPress steht auf der Liste und wird wohl eins der ersten Dinge, in die wir investieren. Bis dahin ist das alles noch Handarbeit. Bekloppt, sicher. Aber aus Liebe!

Oder vielleicht kann uns aber K.I. helfen, auf WordPress umzustellen. Alle sprechen von K.I.; wir nicht. Zumindest bei allen redaktionellen Texten ist der Einsatz von K.I. Tabu. Das wird auch so bleiben! Vielleicht mal hier oder da ein kleines Bild zu komödiantischen Zwecken.

Ich denke jedenfalls, wenn wir uns und dem Erbe, dass wir antreten treu bleiben, wenn wir unseren Job (okay, unser Hobby) gut machen, dann wird es sich rumsprechen. Dann wächst unsere Leserschaft. Und wenn diese Leserschaft es dann unbedingt will, können wir auch mal testen, ob eine Print-Sonderausgabe Sinn macht. Bis dahin ist es aber noch ein weiter weg.

Zum Abschluss dieser Zeilen möchte ich danke sagen. All denen, die mich auf diesem wilden Ritt begleitet und unterstützt haben. Danke an die Jungs der Redaktion, ohne die diese Sache unmöglich wäre. Und danke an Euch, liebe Leser, dass Ihr uns auf unserem Weg zurück begleitet!

-az

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