Eiszeit!

Nova Antarctica

"Nova Antarctica" entführt Euch in eine ferne Zukunft, in der die Erde längst ausgebrannt ist. Ausgerechnet die Antarktis, sonst Sinnbild für Kälte und Isolation, wird dabei zum letzten Hoffnungsschimmer der Menschheit. Tief unter dem Eis des Südpols soll ein rätselhaftes Signal auf verborgene Ressourcen hinweisen – und genau dorthin macht sich ein namenloses Kind auf den Weg.

Viel erklärt wird hier allerdings nicht. Die Geschichte läuft eher nebenher, fast beiläufig, und erschließt sich über Zwischensequenzen, Umgebung und kleine Details im Gameplay. Das erinnert stark an die Erzählweise von "Metroid": Atmosphäre und Entdeckung stehen im Vordergrund, Worte sind zweitrangig. Gerade dadurch entsteht langsam eine Verbindung zur Spielfigur – sei es durch ihr vorsichtiges Vorantasten im Schnee oder wenn man ein Tier sichtet und versucht sich anzunähern.

Optisch präsentiert sich "Nova Antarctica" als karges, aber zugleich wunderschönes Survival-Abenteuer. Schneestürme und dichter Nebel sind nicht bloß Kulisse, sondern zentrale Gameplay-Elemente. Die Umwelt selbst wird zum größten Gegner und verändert permanent die Sicht auf die Welt. Kleinere Kameraprobleme bei Sprüngen oder in engen Bereichen trüben den Eindruck zwar minimal, fallen insgesamt aber nicht stark ins Gewicht. Auch die Karte zeigt lediglich Orientierungspunkte, nicht aber den eigenen Standort – was verwirrend sein kann, allerdings vermutlich bewusst als Teil der Herausforderung gedacht ist.

Spielerisch dreht sich alles um Vorbereitung, Planung und Ressourcenmanagement. Jeder Run fühlt sich wie ein bewusster Test an: Was nehme ich mit, was lasse ich zurück? Baupläne, die man unterwegs findet, erweitern nach und nach die Möglichkeiten und belohnen gründliches Erkunden. Manchmal bekommen dann selbst die seltsamsten Gegenstände auf einmal eine Daseinsberechtigung.

Einmal entdeckt, landen die Baupläne dauerhaft in Eurer Rezeptsammlung und stehen Euch jederzeit zur Verfügung – vorausgesetzt, die passenden Ressourcen sind im Gepäck. Sie sind überlebenswichtig, denn ohne Ausdauer und Rucksacktreibstoff ist die Reise schneller vorbei, als einem lieb ist. Zwar startet man am Anfang der Etappe neu, doch alle hart erarbeiteten Ressourcen, die man unterwegs gesammelt hat, sind für diesen Durchgang verloren.

Diese Unsicherheit wird schnell Teil des Nervenkitzels, aber genau daraus entsteht jedoch dieser typische "Noch ein Versuch“-Sog, der einen immer wieder zurückzieht. Auch wenn "Nova Antarctica" keine komplett offene Welt bietet, fühlt sich das Spiel nie eingeengt an. Jede Etappe lädt dazu ein, Umwege zu nehmen, optionale Ressourcen mitzunehmen und diese kleinen, stillen Momente aufzusaugen, die sich ganz natürlich in die Reise Richtung Südpol einfügen.

Der ruhige, nachdenkliche Soundtrack fügt sich perfekt in das Geschehen ein und verstärkt die Einsamkeit der Expedition. In längeren Sturmphasen kann das Warten zwar Geduld erfordern, trägt aber gleichzeitig zur besonderen Atmosphäre bei, in der man sich der Natur völlig ausgeliefert fühlt.

-db


Genre: Survival-Roguelike
Developer: RexLabo, PARCO GAMES
Publisher: PARCO GAMES
UPE: 24,50 EUR
Testmuster: Renaissance PR
74%
Sound: 73%

Schwierigkeit: 7
USK: 12
Spielzeit: Ca. 25 - 30 Stunden
GUT

Unterm Strich ist "Nova Antarctica" ein entschleunigtes, forderndes Survival-Spiel, das sich bewusst Zeit nimmt – und diese auch vom Spieler einfordert. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine intensive Reise mit hoher Wiederspielbarkeit, einer starken Atmosphäre und vielen kleinen Momenten, die lange im Gedächtnis bleiben. Frust gehört dazu, aber genau deshalb fühlt sich jeder Fortschritt umso besser an. Die Tiere, denen man unterwegs begegnet, verleihen der eisigen Leere Wärme und können später sogar als Reittiere genutzt werden.

Wer etwas sucht, das gestalterische Freiheit mit dem atmosphärischen Storytelling eines "Metroid" verbindet, ist hier genau richtig. Es geht darum, sich Zeit zu nehmen, selbst wenn die Naturgewalten manchmal was anders vermuten lassen. Ja, es kann frustrierend sein. Ja, man wird mehr als einmal scheitern. Aber genau diese Rückschläge machen das Erreichen des Ziels umso befriedigender.

-db

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