Wo der Colt teuflisch locker sitzt

The Dark West

Demo

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Diablo-Likes. Trotzdem hat mich „The Dark West“ neugierig gemacht. Der Grund dafür ist das coole Setting: ein düsterer Wilder Westen, vermischt mit Horror, Okkultismus und jeder Menge übernatürlicher Kreaturen. Genau die Mischung hat mich irgendwie angemacht.

Spielerisch erinnert die Demo eher an einen Twin-Stick-Shooter, und ich mag Twin-Stick-Shooter sehr. Zugegeben, auf dem PC trifft die Beschreibung nicht ganz zu, da aktuell nur mit Maus und Tastatur gezockt werden kann. Controller-Support ist leider noch nicht vorhanden.

Derzeit steht euch nur eine von drei Klassen zur Verfügung: der Gunslinger namens Kane. Mit Revolver, Schrotflinte und weiteren Schusswaffen kämpft ihr euch durch Monsterhorden, sammelt fleißig Loot und verbessert nach und nach euren Charakter. Das Trefferfeedback fühlt sich bereits ordentlich an, auch wenn an einigen Stellen noch etwas Feinschliff nötig ist. Gerade diese schnelle Ballerei hat mich wesentlich mehr abgeholt als das klassische Diablo-Prinzip. Stellenweise fühlte ich mich sogar ein wenig an „Dead Nation“ erinnert, nur dass hier Zombies gegen Dämonen, Revolver und Wild-West-Horror eingetauscht wurden.

Euer Charakter kann mit allerlei Ausrüstung wie Mantel, Gürtel und Handschuhe ausgestattet werden, die euch mit den gewohnten Buffs versorgen. Einen Skilltree gibt es natürlich auch. Der erinnert ein wenig an den von „Diablo IV“, soll aber noch bis zum finalen Release geändert werden. Am besten hat mir das Pokerkarten-System gefallen. Richtig gehört, ihr findet immer wieder Pokerkarten, die euch ebenfalls Statusboni bescheren. Bis zu fünf Stück könnt ihr ausrüsten. Gelingt es euch sogar, ein sogenanntes „Full House” oder einen „Royal Flush” zusammenzustellen, gibt es noch einen zusätzlichen Bonus. Wie würde ein Cowboy sagen? Yeehaw!!!

Optisch setzt „The Dark West“ auf eine stimmige, düstere Atmosphäre. Verlassene Siedlungen, finstere Wälder und unheimliche Kreaturen sorgen für genau die bedrückende Stimmung, die man sich von einem Horror-Western wünscht. Eine kleine Ortschaft mit dem äußerst eingängigen Namen „Town“ dient euch als Hub, dieser soll aber dank Community-Vote künftig „Brandon“ heißen. Hier habt ihr das obligatorische Stadtportal, einen Händler sowie eine kleine Kiste, in der ihr eure Ausrüstung verstauen könnt. Außerdem gibt es noch ein schwarzes Brett, an dem Steckbriefe gesuchter Ganoven hängen. Die könnt ihr dann nebenbei auf euren Missionen ausschalten und dafür etwas Extra-Loot abkassieren.

Technisch merkt ihr der Demo an, dass sich das Spiel noch in der Entwicklung befindet, insgesamt hinterlässt sie aber einen vielversprechenden Eindruck. Ihr könnt die Kamera außerdem ziemlich weit heranzoomen. Das schadet zwar der Übersicht, dafür könnt ihr euch die Details der Umgebung etwas genauer anschauen.

Musikalisch wird das Geschehen gut mit düsterem Western-Gedudel untermalt, aber so richtige Ohrwürmer waren bislang noch nicht dabei.

Auch wenn mich Diablo-artige Spiele normalerweise nur selten begeistern können, hat „The Dark West“ mein Interesse geweckt. Das außergewöhnliche Setting und die Twin-Stick-Action machen Lust auf mehr. Bis zum Release gibt es freilich noch einige Baustellen, doch das Potenzial für einen spannenden Indie-Geheimtipp ist definitiv vorhanden. Besonders die schnelle Action sowie das flotte Aufleveln und Skillen haben mir zugesagt. Ich werde die weitere Entwicklung jedenfalls im Auge behalten und hoffe ebenfalls auf einen Konsolen-Release.

-db


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