Baustelle mit Aussicht
Fallen Tear: The Ascension
Early Access
Mir fiel es tatsächlich etwas schwer, denn es handelt sich hier um ein Review zu einem Early-Access-Spiel – sprich, es befindet sich noch in der Entwicklung. Daher seht meine Wertung als grobe Richtung, denn es kann sich noch einiges ändern. “Fallen Tear: The Ascension“ stürzt sich in das hart umkämpfte Metroidvania-Genre und versucht hier Fuß zu fassen. In der klassischen Seitenperspektive kämpft ihr euch durch verschiedenste Gegner, sammelt Ausrüstung, passive Boni und neue Fähigkeiten, die den eigenen Spielstil nach und nach erweitern. Schon nach den ersten Minuten wird klar, wohin die Reise gehen soll: eine atmosphärisch dichte Welt, die stark auf Erkunden, Progression und Loot setzt – viel Loot. Vieles wirkt dabei noch wie ein Rohdiamant. Man merkt schnell, dass hier nicht einfach ein fertiges Spiel serviert wird, sondern eines, das aktiv wächst und sich mit der Community weiterentwickelt.
Optisch hinterlässt "Fallen Tear: The Ascension“ bereits jetzt einen starken Eindruck. Die handgezeichnete 2D-Grafik ist detailverliebt, mit stimmungsvollen Hintergründen, die auch sauber animiert sind. Allerdings merkt man bei den Charakter-Animationen und der Bildrate noch den Early-Access-Status: kleinere Ruckler, nicht ganz saubere Übergänge und Effekte, stellenweise hakelige Animationen, die noch den nötigen Feinschliff brauchen. Das ist nichts Dramatisches, fällt aber auf, wenn man genauer hinschaut. Gleichzeitig sehe ich hier auch das Potenzial – mit ein paar Updates kann das visuell richtig gut werden.
Spielerisch orientiert sich “Fallen Tear: TA“ klar an klassischen Genre-Vertretern. Neue Fähigkeiten werden nach und nach freigeschaltet und öffnen zuvor unerreichbare Bereiche. Dennoch zeigt sich hier noch ein deutlicher Baustellen-Charakter. Das Balancing ist nicht immer ganz rund; gerade beim Kampfsystem hatte ich das Gefühl, nicht wirklich mehr Schaden zu machen, obwohl ich viel gelevelt und Upgrades gesammelt habe. Allgemein wirkt es so, als würde man zu viel Loot bekommen, dessen Auswirkungen kaum spürbar sind. Auch die Karte ist zwar gut strukturiert, erreicht aber noch nicht ganz die gewohnte Qualität hochkarätiger Metroidvanias, bei denen ihr intuitiv den richtigen Weg einschlagt. Zudem fehlen aktuell noch einige Bosse – schade.
Dafür fand ich das sogenannte “Fated-Bonds-System“ richtig erfrischend: Hier werden Bündnisse mit anderen Charakteren geknüpft, die ihr dann im Kampf einsetzen könnt, was dem Ganzen eine gewisse taktische Tiefe verleiht. Genau hier merkt man aber auch, dass Feedback aktuell eine große Rolle spielt – vieles fühlt sich so noch nach Feintuning an und das kann sich im weiteren Verlauf der Entwicklung deutlich verbessern.
Die Musik ist stimmungsvoll und unterstreicht die ruhige, teils fast schon isolierte Atmosphäre der Spielwelt sehr gut. Die einzelnen Tracks fügen sich angenehm ins Gesamtbild ein, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Dennoch merkte ich auch hier, dass noch Luft nach oben ist. Einige Stücke wiederholen sich recht schnell, und die musikalische Vielfalt ist aktuell noch begrenzt. Da die Entwickler auch hier noch am Tüfteln sind, ist davon auszugehen, dass hier noch nachgelegt wird – mehr Variation würde dem Gesamtbild definitiv guttun. Viele der wichtigen Dialoge sind zudem großartig vertont, aktuell allerdings nur auf Englisch.
-db
Developer: Winter Crew Studios
Publisher: CMD Studios
UPE: 19,50 EUR (Early Access)
Testmuster: Whatsapp (das ist unser interner Witz, wenn der Autor vergisst einzutragen, woher das Muster stammt)
EARLY ACCESS
Schwierigkeit: 5
USK: 12
Spielzeit: Ca. 15-20 Stunden
Unterm Strich ist “Fallen Tear: The Ascension” ein Titel, bei dem ich klar zwischen aktuellem Zustand und zukünftigem Potenzial unterscheiden muss. Schon jetzt liefert das Spiel eine solide Grundlage mit einer starken Atmosphäre und funktionierenden Kern-Mechaniken, auch wenn noch deutlich Arbeit vor den Entwicklern liegt. Der Early-Access-Status ist jederzeit spürbar – doch wer Geduld mitbringt und Lust hat, die Entwicklung aktiv mitzuerleben, bekommt ein vielversprechendes Metroidvania. Ich für meinen Teil sehe hier definitiv das Potenzial für ein richtig gutes Spiel – aktuell noch nicht am Ziel, aber mit etwas mehr Feinschliff könnte das richtig stark werden.
Euer Diego Battaglia aka Deku Man X
-db
