Voight-Kampff-Test
Codex Mortis
Early Access
“Codex Mortis” gilt als das erste zu 100 % durch KI erstellte Spiel – das behauptet zumindest Entwickler Olaf. Wir haben uns die Sache einmal angesehen.
Da hat Luca Galante aber was angerichtet! Mit “Vampire Survivors" startete der italienische Indie-Entwickler 2022 eine kleine Revolution. Die Mixtur aus Bullethell, Tower Defense und Idle Game wirkt so einfach und doch so fordernd und fesselnd. Klar, dass da irgendwann die Nachahmer auf der Matte stehen. Um einen dieser Vampire Clonivors kümmern wir uns heute: Vorhang auf für “Codex Mortis”!
Wie in “Vampire Survivors" schleicht ihr gemächlich über Friedhof, Gruft und Weihnachtsdorf und feuert automatisch Knochenspeere auf den nächsten Gegner wie ein wandelnder Tower-Defense-Tower. Besiegte Gegner hinterlassen Orbs, die ihr aufsammeln und in Erfahrungspunkte ummünzen könnt. Ist der stetig steigende Level-Schwellenwert erreicht, könnt ihr euch eins von fünf zufälligen Upgrades aussuchen. Erhältlich sind hier Booster für Schadenswerte, Abklingzeiten, Reichweiten oder die automatische Lebensregeneration. Wer fleißig zockt, der darf sich auch dauerhafte Aufwertungen kaufen.
Kommen wir nun zum wirklich interessanten Punkt: Wie unterscheidet sich “Codex Mortis” von seinem Vorbild, was bringt es auf den Tisch, um den Kauf zu rechtfertigen? Zunächst einmal bekommt ihr eure eigene kleine Armee aus Zombieskeletten, die euch umringt und selbstständig Gegner verkloppt. Dann gibt es ein paar Mechaniken, die euch dazu bringen, einige Zeit an einem festen Ort durchzuhalten. Stelen geben euch Boni, und Pentagramme auf dem Boden fordern möglichst viele auf ihnen getötete Gegner von euch.
Audiovisuell wird erwartungsgemäß wenig Besonderes geboten. Die Pixelgrafik erfüllt ihren Zweck aber das tut sie auch bei den vampirigen Survivors. Das flotte Gitarren- Geschrammel ist treibend und stimmungsvoll, erreicht aber nicht die Qualität des Vorbilds.
-mn
Developer: Grolaf und diverse KIs
Publisher: Crunchfest
UPE: 3,99 EUR (Early Access)
Testmuster: Whatsapp (das ist unser interner Witz, wenn der Autor vergisst einzutragen, woher das Muster stammt)
EARLY ACCESS
Schwierigkeit: 4-9 (einstellbar)
USK: unbekannt; Steam-Rating: 12
Spielzeit: Ca. 10 Minuten pro Partie
Nein, hier gibt es keinen KI-Rant. Die moralischen Implikationen müsst ihr komplett mit euch selbst ausmachen. In einem Jahr kommt eh alles aus der Retorte. Könnt ihr damit leben, bekommt ihr einen soliden und wirklich gut geklauten “Vampire Survivors”-Klon, der sich jedoch nur dann lohnt, wenn ihr euch am Original schon überspielt habt. Die knappen vier Euro im Early Access sind ebenfalls angemessen.
-mn
