Oberschwester Hildegard bitte in den OP!

2nd EVE
(Early Access)

Langsam schleiche ich durch die kalten, knarzenden Gänge eines Monsters aus Stahl. Seine Hülle sollte die Leere, die Kälte und den Wahnsinn des Alls draußen halten, aber es ist, als wäre der Kosmos durch die Wände gekrochen. Als würde er uns durchdringen, die kalten Gänge, die schlurfenden Kreaturen, die einst Menschen waren, mich. Ängstlich klammere ich mich an meinen Stab, denn er ist meine einzige Waffe gegen den Moloch. Der Stab, und mein unerschütterlicher Glaube. Ich bin die zweite Eva.

Was ist hier eigentlich los, wie konnte es so weit kommen? “2nd EVE” überrascht mit einer ausgefeilten Hintergrundgeschichte, die auf den ersten Blick an “Warhammer 40.000” erinnert. Weitere Inspirationsquellen wie “Alien”, “Event Horizon”, “Dead Space” und natürlich “Metroid” sind offensichtlich. In einer fernen Zukunft stürzt der Mond auf die Erde, die daraufhin unbewohnbar wird. Um die Menschheit zu retten, werden “Archen” gestartet, riesige Raumschiffe, vollgestopft mit Menschen.

Wir spielen Sister Superior Zola, die im Deutschen etwas unglücklich als Oberschwester übersetzt wurde. Sie ist eine Mischung aus Ärztin und Geistlicher, mit der Aufgabe, den Menschen auf der Arche Beistand zu leisten. Dies ist auch bitter nötig, denn auf dem langen Flug zum nächsten bewohnten Planeten ist etwas gewaltig schief gegangen. Was aus den Kryo-Kapseln kriecht, ist kaum noch menschlich.

Ihr steuert die einsame Schwester aus der Seitenperspektive durch den Bauch des Sternenschiffes. Mittels Schultertasten wird geblockt und ein leichter und ein schwerer Nahkampf-Schlag mit langer Abklingzeit ausgeteilt – Soulsborne: Check! In Containern gefundene und mittels Erfahrungspunkten gelevelte Fähigkeiten und Schlüsselkarten legen neue Wege frei und zwingen zum Backtracking – Metroidvania: Check! Wie im Nintendo-64-Klassiker “Yoshi’s Story” führen manche Wege in die Tiefe des Raumes, um weitere Wege zu erreichen. Dies fühlt sich an, als würdet Ihr auf einem rechtwinkligen Schienennetz rangieren – Yoshi … Check …

Leider sind die Laufwege nicht so planbar und gut einsehbar wie bei Yoshi. Ich habe mich eher an das gleichförmige Gänge-Labyrinth aus “Alien 3” von SNES und Mega Drive erinnert – und ähnlich oft habe ich mich auch verlaufen. Hier tritt dann die Spannung etwas auf der Stelle und es wollte sich kein rechtes Metroidvania-Progressionsgefühl einstellen.

“2nd EVE” befindet sich noch im Early Access. Wer jetzt zuschlägt, der kann den Start des Spiels erleben. Die finalen Kapitel sind noch nicht fertig und werden per kostenlosem Update nachgereicht. Dies soll laut Entwickler in 8 bis 14 Monaten passieren. Deswegen möchten wir hier noch keine abschließende Wertung vergeben, sondern lediglich eine Tendenz aufgrund des spielbaren Contents. Die Spielstruktur und Inszenierung scheint uns allerdings schon final zu sein.

-mn


Genre: Horror-Yoshivania
Developer: Gamer Cloud
Publisher: Gamer Cloud
UPE: 14,79 EUR (Early Access)
Testmuster: Bonfire PR
Einschätzung: jetzt einsteigen
Sound: 78%

Schwierigkeit: 4-7 (einstellbar)
USK: nicht bewertet
Spielzeit: 10 Stunden (geschätzt)
GEHT SO

“2nd EVE” ist wieder eine dieser Hidden Gems, die Ihr im Schweiße Eures Angesichts mühsam bergen müsst. Es dauerte eine Weile, bis ich mit der sehr rudimentären Karte in den ewig gleich aussehenden Gängen zurechtgefunden habe. Viele Wege musste ich mehrmals gehen, was zusammen mit Zolas schnarchigem Lauftempo zu vielen langweiligen Pacing-Brüchen führte. Auch dürften die Gegner für mich öfter respawnen, um auf den langen Laufwegen wenigstens für etwas Abwechslung zu sorgen. In seinen besten Momenten baut das Spiel jedoch eine enorm starke Atmosphäre auf und leistet ein faszinierendes Worldbuilding. Die Kämpfe reißen keine Bäume aus, funktionieren aber und sorgen für ein ausreichendes Gefühl der Bedrohung. Ein Klassiker wird es sicherlich nicht werden, aber es ist eine solide Bereicherung für jede Grusel-Sammlung.

-mn

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